KI-Kompetenz nach Art. 4 AI Act: Schulungspflicht seit Februar 2025
⚠️ Update 27.07.2026: Artikel 4 wurde neu gefasst
Die Digital-Omnibus-Verordnung (EU) 2026/1744 (Amtsblatt 24.07.2026, in Kraft seit 27.07.2026) ersetzt Art. 4 KI-VO vollständig (Art. 1 Nr. 5). Anbieter und Betreiber müssen KI-Kompetenz nicht mehr „sicherstellen", sondern Maßnahmen ergreifen, die deren Entwicklung unterstützen, unter Berücksichtigung von Vorkenntnissen, Ausbildung, Einsatzkontext und den betroffenen Personengruppen. Der neue Wortlaut stellt ausdrücklich klar:
„Diese Verpflichtung verlangt von Anbietern oder Betreibern nicht, ein bestimmtes Niveau an KI-Kompetenz einer Einzelperson zu garantieren."
Was das praktisch bedeutet: Aus der Ergebnispflicht ist eine Bemühenspflicht geworden. Der Stichtag bleibt der 02.02.2025, der Maßstab ist seit dem 27.07.2026 milder. Sie müssen kein geprüftes Kompetenzniveau vorweisen, aber weiterhin belegen können, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben. Die Dokumentation bleibt damit der entscheidende Nachweis. Art. 4 war und ist nicht eigenständig bußgeldbewehrt (Art. 99 KI-VO); die Durchsetzung läuft über die nationalen Sanktionsregeln nach Art. 99 Abs. 1.
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Artikel 4 der Europäischen KI-Verordnung (KI-VO) definiert „KI-Kompetenz" als ein ausreichendes Maß an Kenntnissen und Fähigkeiten, um KI-Systeme angemessen zu verstehen, zu nutzen und zu überwachen. Die genaue Wortlaut-Definition lautet:
„Ein ausreichendes Maß an Kenntnissen und Fähigkeiten, die es Personen ermöglichen, die Funktionsweise, Möglichkeiten und Grenzen eines KI-Systems angemessen zu verstehen und Risiken und Chancen in Bezug auf ein KI-System angemessen zu erkennen und zu bewerten." (Art. 4 KI-VO)
Die Verordnung konkretisiert damit eine Anforderung, die bereits in Erwägungsgrund 20 angelegt ist: „Es sollte gewährleistet werden, dass Betreiber, Anbieter und andere Akteure auf diesem Gebiet über die erforderlichen Kenntnisse verfügen, um ihre Verantwortungen gemäß dieser Verordnung wahrzunehmen."
Wichtig: Die KI-VO verlangt nicht die Schulung zum Juristen, sondern ein verhältnismäßiges Verständnis der KI-Funktionalität, ihrer Risiken und der eigenen Compliance-Pflichten unter dem AI Act.
Wen betrifft die KI-Kompetenz-Schulungspflicht?
Die Schulungspflicht nach Art. 4 ist nicht auf Risikoklassen beschränkt – sie gilt universell für:
- KI-Anbieter: Unternehmen, die KI-Systeme selbst entwickeln oder in den Markt bringen
- KI-Betreiber: Organisationen, die KI-Systeme nutzen oder einsetzen
- KI-Importeure: Zwischenhändler, die KI-Software vertreiben
- KI-Distributor: Verkäufer von KI-Systemen an Endnutzer
- Einzelunternehmer und Solo-Selbstständige: Wer als Anbieter oder Betreiber KI einsetzt, muss für die eigene KI-Kompetenz sorgen
Beispiele von betroffenen Unternehmen:
- Ein Marketingteam, das ChatGPT für Texterstellung nutzt
- Ein Personalmanager, der KI-Tools zur Kandidatenvorauswahl einsetzt
- Ein Sachbearbeiter einer Bank, die Frühwarnsysteme für Kreditrisiken nutzt
- Ein IT-Dienstleister, der seinen Kunden KI-Lösungen bereitstellt
- Ein Einzelunternehmer, der einen KI-Chatbot auf seiner Website einsetzt
Größenordnung: In Deutschland sind etwa 700.000 KMU von dieser Pflicht betroffen – direkt oder indirekt als Nutzer oder Anbieter von KI-Systemen.
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Jetzt ansehen, ab 149 €Was bedeutet „KI-Kompetenz" konkret in der Praxis?
Die Verordnung definiert das Ziel (Verständnis der KI), nicht die Methode. Das bedeutet: Schulungsinhalte müssen sich an Ihrer konkreten KI-Nutzung und Ihren Rollen orientieren. Folgende Bausteine gehören zur Baseline:
1. Grundlagenwissen über KI-Funktionsweise
- Was ist Machine Learning, Deep Learning, generative KI?
- Wie funktioniert ein KI-Modell? (Trainieren, Inferenz, Vorhersagen)
- Was sind Trainingsdaten und welche Rolle spielen sie?
- Differenz zwischen KI und klassischer Software verstehen
2. Erkennen von Risiken und Grenzen
- Bias und Diskriminierungsrisiken in KI-Outputs
- Halluzinationen und Fehlerquellen generativer KI (z.B. falsche Fakten)
- Datenschutzrisiken (Trainingsdaten, Weitergabe an KI-Provider)
- Cybersecurity und Manipulierbarkeit von KI-Systemen
- Urheberrecht und Lizenzfragen bei KI-Outputs
3. Verantwortungsvoller Umgang mit KI-Outputs
- Nicht blind KI-Ergebnissen vertrauen (Verifizierungsplicht)
- Überprüfung auf Plausibilität und Kontextangemessenheit
- Transparenzpflichten: Wem muss ich mitteilen, dass KI dabei war?
- Menschliche Kontrolle und Entscheidungsfähigkeit bewahren
4. Kenntnis der eigenen Compliance-Pflichten
- Meine Rollen unter der KI-VO: Bin ich Anbieter, Betreiber oder beides?
- Risikoklassifizierung der von mir genutzten KI-Systeme
- Dokumentations- und Transparenzpflichten für mein Unternehmen
- Wer trägt die Verantwortung im KI-Lifecycle?
5. Rollenabhängige Tiefe
Unterschiedliche Mitarbeiter, unterschiedliche Schulungstiefen:
- Geschäftsführer/Management: Strategisches Verständnis, Governance, Risiken, regulatorisches Umfeld
- KI-Nutzer (Angestellte): Praktischer Umgang, Risiken, Verifizierung, ethische Grenzen
- KI-Entwickler/Data Scientists: Tiefes technisches Verständnis, Qualitätssicherung, Bias-Testing
- Datenschützer/Compliance: Datenschutz, Transparenzpflichten, Dokumentation, Audit
- Verkauf/Support: Basics, Grenzen der KI, sichere Kommunikation gegenüber Kunden
Wie setze ich die Schulungspflicht im Unternehmen um?
Schritt-für-Schritt-Leitfaden für Ihre Schulungsimplementierung:
Schritt 1: Schulungskonzept erstellen
Entwickeln Sie ein Schulungskonzept, das dokumentiert:
- Ziel: Welche KI-Kompetenzen sollen Ihre Mitarbeiter am Ende haben?
- Zielgruppen: Welche Rollen/Abteilungen benötigen welche Schulung?
- Format: Online-Kurs, Präsenztraining, Selbstlernmaterialien, externe Schulung?
- Dauer: Wie viele Stunden pro Person?
- Zeitplan: Seit wann gilt die Pflicht (2. Februar 2025)?
- Verantwortlicher: Wer koordiniert die Schulung?
Schritt 2: Mitarbeiter-Gruppen definieren
Kategorisieren Sie Ihre Mitarbeiter nach ihrer KI-Nutzung:
| Mitarbeiter-Gruppe | KI-Nutzung | Schulungsumfang |
|---|---|---|
| Keine KI-Nutzer | Berührt KI nicht | Basis-Awareness (1–2 Stunden) |
| KI-Anwender | Nutzen KI-Tools täglich (ChatGPT, Copilot, Bildung) | Praxis-Schulung (4–6 Stunden) |
| KI-Verantwortliche | Entscheiden über KI-Einsatz, Datenschutz, Compliance | Vertieftes Wissen (8–16 Stunden) |
| KI-Entwickler | Programmieren KI-Lösungen | Technisch-regulatorisches Wissen (20+ Stunden) |
Schritt 3: Schulung durchführen
Optionen für Ihre Schulungsgestaltung:
- Intern: Schulung durch Compliance/IT-Team oder externe Berater vor Ort
- Online-Plattformen: Self-paced E-Learning (z.B. Coursera, LinkedIn Learning mit AI-Kursen)
- Externe Schulungen: Zertifizierte KI-Trainings (z.B. von Verbänden wie BITKOM, Chambers)
- Hybrid: Kombination aus Webinar, Folienset und praktischen Fallbeispielen
Schritt 4: Nachweis dokumentieren
Führen Sie ein Schulungsregister. Im Audit oder Bußgeldverfahren müssen Sie nachweisen:
- Schulungslisten mit Namen, Abteilung, Funktion der Teilnehmer
- Schulungsinhalte (Agenda, Folien, Kursunterlagen)
- Datum und Dauer der Schulung
- Art der Schulung (Präsenz, Online, externes Training)
- Teilnahmebescheinigungen oder Unterschriftenlisten
- Ggf. Lernkontrolle (Quiz, Zertifikat)
Schritt 5: Auffrischung planen
KI entwickelt sich schnell. Planen Sie regelmäßige Auffrischungsschulungen:
- Jährliche Auffrischung für alle KI-Nutzer (mindestens 2–3 Stunden)
- Zusatzschulungen bei neuen KI-Tools oder Veränderungen in der KI-VO
- Dokumentation der Auffrischungen wie bei der Erstschulung
Welche Nachweise muss ich führen?
Die KI-VO schreibt nicht vor, wo und wie Sie Nachweise führen. Aber im Audit oder Bußgeldverfahren müssen diese Unterlagen vorhanden sein:
Dokumentation und Nachweise:
- Schulungskonzept: Schriftlich festgehaltene Strategie zur Sicherung der KI-Kompetenz
- Schulungslisten: Mit Namen, Position, Abteilung, Schulungsdatum
- Schulungsmaterialien: Skript, Folien, Online-Kurse, Videos – sollten inhaltlich nachweisen, dass Grundlagen und Risiken behandelt wurden
- Teilnahmebescheinigungen: Unterschriebene Teilnehmerlisten oder Zertifikate
- Lernkontrolle: Optional, aber empfohlen: Quiz oder Zertifikat, das Verständnis prüft
- Auffrischungsplanung: Dokumentation von geplanten Auffrischungsschulungen
- Schulungsbudget und Ressourcen: Nachweis, dass die Schulung mit angemessenen Mitteln durchgeführt wurde
Warnung: „Fakes" zählen nicht
Bloße Excel-Listen ohne echte Schulung, gekaufte aber nie eingesehene Online-Zertifikate oder „Unterschrift sammeln ohne Inhalte" sind im Audit offensichtlich. Behörden prüfen regelmäßig: Wurden die Schulungen wirklich durchgeführt? Stimmt der Zeitstempel? Entspricht das Schulungsmaterial tatsächlich dem Stand der KI-VO?
Was passiert bei Verstoß gegen Art. 4?
Rechtsfolge: Art. 4 ist nicht direkt im Bußgeldkatalog des Art. 99 Abs. 3–5 KI-VO gelistet (der Katalog des Abs. 4 nennt Art. 16, 22, 23, 24, 26, 31/33/34 und 50 – nicht Art. 4). Sanktionen ergeben sich auf zwei Wegen: über die von den Mitgliedstaaten festzulegenden Durchsetzungsregeln (Art. 99 Abs. 1 KI-VO) – und vor allem mittelbar: Fehlende KI-Kompetenz führt in der Praxis zu Verstößen gegen bußgeldbewehrte Pflichten, etwa Betreiberpflichten (Art. 26) oder Transparenzpflichten (Art. 50). Diese fallen unter Art. 99 Abs. 4 KI-VO: bis zu 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes – für KMU gilt nach Art. 99 Abs. 6 der jeweils niedrigere Wert.
Beispiele für Bußgelder:
| Unternehmensgröße | Jahresumsatz | 3% Umsatz | Höchstbuße (vs. 15 Mio. €) |
|---|---|---|---|
| Kleines KMU | 500.000 € | 15.000 € | 15.000 € (Umsatz ist weniger) |
| Mittleres KMU | 5 Millionen € | 150.000 € | 150.000 € |
| Großes KMU | 100 Millionen € | 3.000.000 € | 3.000.000 € |
| Konzern | 800 Millionen € | 24.000.000 € | 15.000.000 € (Obergrenze) |
Wichtig für KMU: Auch kleine Unternehmen sind nicht „automatisch" im Vorteil. Ein Einzelunternehmer mit 100.000 € Umsatz, der keine KI-Schulung nachweisen kann, könnte mit bis zu 3.000 € Geldbuße rechnen (3 % von 100.000 €) – ein signifikanter Betrag für einen Solo-Selbstständigen.
Mildernde Umstände für KMU
Die KI-VO schreibt nicht vor, dass KMU „automatisch" Lenienz erhalten. Allerdings berücksichtigen Behörden in der Praxis: Größe, Marktmacht, Vorsatz vs. Fahrlässigkeit und guter Glaube. Ein KMU, das nachweislich versucht hat, Schulungen durchzuführen (auch wenn nicht perfekt), wird milder behandelt als eines, das die Pflicht ignoriert hat.
Art. 4 KI-VO vs. andere Schulungspflichten – Übersicht
KI-Kompetenz ist nicht die einzige Schulungspflicht für Unternehmen. Hier die Abgrenzung:
| Rechtsquelle | Schulungsziel | Zielgruppe | Frist | Nachweis |
|---|---|---|---|---|
| Art. 4 KI-VO | KI-Kompetenz: Verstehen von KI-Funktionsweise und Risiken | Alle Beschäftigten, die KI nutzen | 2. Februar 2025 | Schulungslisten, Materialien, Teilnahmebescheinigungen |
| Art. 39 DSGVO (Datenschutz) | Datenschutz-Compliance, besonders für DSB | Datenschutzbeauftragter (verpflichtend), andere: fallweise | Kontinuierlich | DSB-Register, Schulungskalender |
| Art. 32 DSGVO (Sicherheit) | Sensibilisierung für Datenschutzsicherheit | Alle Mitarbeiter | Kontinuierlich | Schulungsplanung, Teilnahme |
| ArbSchG / DGUV (Arbeitssicherheit) | Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz | Alle Beschäftigten | Vor Aufnahme + regelmäßig | Unterweisungsnachweise, Unterschriften |
| AGG (Antidiskriminierung) | Sensibilisierung für Diskriminierungsfreiheit | Führungskräfte, Personalverantwortliche | Bei Bedarf | Schulungsplanung |
Fazit: Art. 4 KI-VO ist zusätzlich zu diesen bestehenden Schulungspflichten – nicht ersetzend. Ein KI-Nutzer muss potenziell DSGVO-geschult, arbeitssicherheits-unterwiesen UND KI-kompetent sein.
Kostenlose vs. kostenpflichtige Schulungslösungen
Wie können Sie Ihre Schulung gestalten? Hier ein ehrlicher Überblick über Optionen und Kosten:
1. Kostenlos: EU AI Office Guidelines
- Quelle: Europäische Kommission, kostenlos abrufbar
- Inhalt: Generische KI-Grundlagen und KI-VO Übersicht
- Problem: Nur auf Englisch, sehr generisch, nicht auf deutsche Compliance ausgerichtet
- Kosten: 0 €
- Aufwand: Hoch – Sie müssen die Materialien selbst in Schulungen aufbereiten
2. DIY (Do It Yourself)
- Quelle: Sie erstellen die Schulung selbst mit Ihrer Compliance/HR
- Inhalt: Flexibel auf Ihr Unternehmen zugeschnitten
- Problem: Zeitaufwändig, Risiko von juristischen Ungenauigkeiten, kein externes Siegel
- Kosten: Personalkosten (ca. 40–100 Stunden für ein gutes Schulungskonzept)
- Aufwand: Sehr hoch (2–4 Wochen Vorbereitung)
3. Externe Online-Kurse (z.B. Coursera, LinkedIn Learning)
- Quelle: Große E-Learning Plattformen, viele bieten „AI for Business"-Kurse
- Inhalt: Allgemeine KI-Bildung, nicht speziell EU AI Act
- Problem: Nicht auf deutsche KI-VO Compliance ausgerichtet
- Kosten: 50–200 € pro Kurs/Person
- Aufwand: Niedrig (Selbstlernen), aber rechtliche Lücken
4. Zertifizierte KI-Schulungen (z.B. BITKOM, TÜV)
- Quelle: Verbände und Zertifizierer bieten KI-Trainings mit Zertifikat
- Inhalt: Tendenziell auf EU AI Act ausgerichtet, deutschsprachig
- Grenze: Die Inhalte sind auf einen breiten Teilnehmerkreis ausgelegt und nicht auf Ihre konkreten KI-Systeme zugeschnitten
- Kosten: Je nach Anbieter und Dauer meist im vierstelligen Bereich, zuzüglich Arbeitszeit der Teilnehmenden
- Aufwand: Mittel (Planung + Durchführung)
- Vorteil: Externes Siegel für Behörden
5. Ki-Compliance-Kit Lösung
- Quelle: ki-compliance-kit.de – fertige, deutschsprachige Schulungs-Vorlage
- Inhalt: PowerPoint-Schulungspräsentation speziell für Art. 4 KI-VO + Schulungsnachweis-Vorlagen + Checklisten
- Problem: Keine externe Zertifizierung (aber nicht nötig, wenn Schulung durchgeführt wird)
- Kosten: ab 149 € (Starter-Paket) bis 599 € (vollständiges Paket mit Dokumentenset)
- Aufwand: Niedrig – Präsentation + Checklisten sind sofort einsatzbereit, nur noch durchzuführen
- Vorteil: Deutschsprachig, speziell auf KI-VO ausgerichtet, Schulungsnachweis-Vorlage enthalten
Vergleichstabelle: Aufwand vs. Kosten vs. Qualität
| Option | Kosten | Zeitaufwand | KI-VO-Qualität | Nachweisbarkeit |
|---|---|---|---|---|
| Kostenlos (EU) | 0 € | 40–60h | Gut | Mittel |
| DIY | 800–2.000 € | 40–100h | Gut | Gut |
| Online-Kurse | 50–200 €/Person | 8–16h | Mittel | Gut |
| Zertifiziert (extern) | vierstellig | 5–10h | Sehr gut | Sehr gut |
| KI-Compliance-Kit | 149–599 € | 5–10h | Sehr gut | Gut |
Empfehlung für KMU: Eine Kombination aus externem Material (z.B. ki-compliance-kit Schulungs-PPTX) + interne Durchführung + Nachweis ist der beste Kompromiss aus Aufwand, Kosten und Risikominderung.
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Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihren aktuellen Stand zu prüfen:
| Kriterium | Status | Aktion |
|---|---|---|
| ☐ Wir nutzen KI-Systeme in unserem Unternehmen | Ja / Nein | Wenn nein: Nicht betroffen. Wenn ja → nächste Zeile |
| ☐ Schulungskonzept für KI-Kompetenz vorhanden | Ja / Nein | Wenn nein: Erstellen Sie ein schriftliches Konzept |
| ☐ Mitarbeiter wurden über KI-Grundlagen geschult | Ja / Nein | Falls nein: Schulung sofort nachholen (Pflicht gilt seit Feb. 2025) |
| ☐ Schulungsnachweis liegt vor (Listen, Zertifikate) | Ja / Nein | Dokumentation sammeln und aufbewahren |
| ☐ Schulungsinhalte decken KI-Risiken und Grenzen ab | Ja / Nein | Material prüfen – ggf. Ergänzungen vornehmen |
| ☐ Auffrischungsschulung geplant (jährlich) | Ja / Nein | Jahresplan für Schulung erstellen |
| ☐ Compliance-Verantwortliche benannt | Ja / Nein | Eine Person benennen, die Schulungen überwacht |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Frage: Muss jeder Mitarbeiter geschult sein oder nur KI-Nutzer?
Antwort: Art. 4 verpflichtet die „Akteure" (Anbieter, Betreiber) dazu, Maßnahmen zu ergreifen, die die Entwicklung eines ausreichenden Maßes an KI-Kompetenz unterstützen, ein bestimmtes Niveau muss seit der Neufassung zum 27.07.2026 nicht garantiert werden. Praktisch heißt das: Für Mitarbeiter, die KI direkt nutzen oder über KI Entscheidungen treffen, sollten Sie eine dokumentierte Schulung vorsehen. Mitarbeiter ohne KI-Berührung (z. B. reine Verwaltungskräfte) benötigen allenfalls eine Basis-Awareness. Der Verordnungstext nennt als Maßstab ausdrücklich Vorkenntnisse, Erfahrung, Ausbildung, Einsatzkontext und die betroffenen Personengruppen, differenzieren Sie also nach Rollen.
Frage: Wenn ich nur ChatGPT nutze – bin ich betroffen?
Antwort: Ja. ChatGPT ist ein KI-System. Wenn Ihre Mitarbeiter es geschäftlich nutzen, muss das Unternehmen Maßnahmen ergreifen, damit sie die Grenzen, Risiken (Bias, Halluzinationen, Datenschutz) und die verantwortungsvolle Nutzung verstehen können. Das ist Art. 4 KI-VO.
Frage: Reicht eine einmalige Schulung aus?
Antwort: Juristisch: Die KI-VO schreibt nicht vor, wie oft. Praktisch: KI entwickelt sich schnell. Eine einmalige Schulung im Jahr 2026 ist nicht zukunftsfest. Eine jährliche Auffrischung ist best practice und wird in Audits erwartet. Mindestens dann, wenn neue KI-Tools eingeführt werden oder die KI-VO sich ändert.
Frage: Wer überprüft, ob wir die Schulungspflicht erfüllen?
Antwort: Die Behörden können von sich aus prüfen (Routine-Audits) oder nach Beschwerde. Im deutschsprachigen Raum liegt die Zuständigkeit bei nationalen oder regionalen Aufsichtsbehörden (z.B. Bundesnetzagentur, Landesämter). Die EU-Kommission koordiniert. Kontrolle erfolgt vermutlich ab 2027/2028.
Frage: Kann ich die Schulung komplett outsourcen?
Antwort: Ja, Sie können einen externen Trainer buchen. Die Verantwortung bleibt aber bei Ihnen. Sie müssen: 1) Sicherstellen, dass der Trainer die richtigen Inhalte vermittelt 2) Nachweise führen, dass die Schulung stattgefunden hat 3) Verfügbarkeit der Schulungsmaterialien dokumentieren.
Frage: Welche Strafen drohen konkret?
Antwort: Art. 4 ist nicht direkt im Bußgeldkatalog des Art. 99 KI-VO gelistet; die Durchsetzung erfolgt über nationale Sanktionsregeln (Art. 99 Abs. 1 KI-VO). Mittelbar drohen aber Bußgelder bis zu 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, wenn zugleich bußgeldbewehrte Pflichten verletzt werden (z. B. Art. 26 oder Art. 50 – Art. 99 Abs. 4 KI-VO). Für KMU gilt nach Art. 99 Abs. 6 ausdrücklich der jeweils niedrigere der beiden Werte. Konkrete Beträge hängen von Schwere, Dauer und Kooperationsbereitschaft ab.
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Zusammenfassung
Artikel 4 KI-VO verpflichtet Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals zu sorgen. Seit dem 2. Februar 2025 gilt diese Pflicht: Ihre Mitarbeiter müssen die Funktionsweise, Risiken und Grenzen von KI verstehen – und ihre Rolle unter der KI-VO kennen. Falls noch nicht geschehen: Schulung jetzt nachholen. Es handelt sich um eine Bemühenspflicht, keine formale Zertifizierungspflicht.
Das bedeutet konkret:
- Schulungskonzept schreiben (rollenabhängig)
- Mitarbeiter schulen (intern oder extern)
- Nachweis dokumentieren (Listen, Materialien, Daten)
- Auffrischungen planen (mind. jährlich)
- Bei Verstoß: Bußgelder bis 15 Mio. €
Der Aufwand ist für KMU vertretbar – mit den richtigen Tools (wie unserem ki-compliance-kit) können Sie Schulung + Nachweis in 2–3 Wochen umsetzungsreif machen.
Ihre nächsten Schritte:
- Prüfen Sie, welche KI-Systeme Sie nutzen oder anbieten
- Definieren Sie Ihre Mitarbeiter-Schulungsgruppen
- Wählen Sie ein Schulungsformat (intern, extern oder Hybrid)
- Führen Sie die Schulung sofort durch (Pflicht gilt seit 2. Februar 2025)
- Dokumentieren Sie die Durchführung
Fragen? Kontaktieren Sie unseren Support oder schauen Sie sich unser Compliance-Paket an.
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